Freispiel

Kommt ihr Kind morgens zu uns in den Kindergarten, wird es nach der Begrüßung gleich der ersten Herausforderung des Tages gestellt: dem Freispiel. Hierbei steht ihr Kind der Aufgabe gegenüber, selbst zu fühlen, was seinem inneren Interesse entspricht.
Es fragt sich:

  • mit was möchte ich spielen? (Frage nach dem Spielmaterial)
  • mit wem möchte ich spielen? (Freund, Kleingruppe oder allein)
  • wo möchte ich spielen? (z.B. Gruppenraum, Außengelände)
  • wie lange möchte ich spielen? (Dauer des Spiels)

Während sich die meisten Kinder spontan zusammenfinden, nehmen andere die Möglichkeit wahr, sich zurückzuziehen, Spielsituationen von außen zu beobachten und einzuschätzen. Der unterschiedliche Entwicklungsstand der zwei bis sechs- Jährigen gibt ihnen die Möglichkeit, sich gegenseitig zu helfen und voneinander zu lernen.

Um den Anschluss in das Freispiel morgens nicht zu verpassen, ist es wichtig, bis spätestens 9.15 Uhr im Kindergarten zu sein. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass sich bereits Spielgruppen gefunden haben oder bereits Angebote von uns Erzieherinnen laufen und ihr Kind dann an diesen nicht mehr teilnehmen kann.

Während des Freispiels werden verschiedene Aktivitäten von den Erzieherinnen angeboten (z.B. Bastelarbeiten, Schulkindtreffs, Bewegungsangebote usw.). Eine wichtige Aufgabe hat die Erzieherin, die während des Freispiels die Aufsicht hat. Sie beobachtet die Kinder in ihrem Verhalten und kann so wichtige Rückschlüsse über das kindliche Wohlbefinden und dessen Entwicklungsstand erkennen und dokumentieren. Sie steht als Ansprechpartnerin und Helferin bereit. Auch als Mitspieler/-in kann sie wertvolle Beobachtungen machen und sie Ihnen als Eltern mitteilen. Das Zurückräumen des Spielzeugs, an seinen angestammten Platz, hilft den Kindern sich zu orientieren. Zum Freispiel gehört das Aufräumen der benutzen Materialien, so dass es für andere Kinder wieder zugänglich ist. Das Freispiel bietet für Kinder die Möglichkeit, mit Spaß am Spiel verschiedene Erfahrungen zu machen, die sie zu ihrer seelischen, geistigen und körperlichen Entwicklung brauchen.

Hier einige Beispiele:

  • das Kind verarbeitet seine Urlaubserlebnisse in der Puppenecke
  • das Kind zählt in der Nestschaukel die Anzahl der Kinder (es dürfen nur fünf Kinder gleichzeitig schaukeln)
  • das Kind traut sich, im Turnraum bis zur letzten Sprosse der Sprossenwand zu klettern
  • das Kind lernt bei Tischspielen Regeln einzuhalten und zu befolgen.

Die Kindergartenkinder dürfen in Kleingruppen nach Absprache mit uns auch alleine die Räumlichkeiten des Kindergartens nutzen. Es gibt Regeln für jeden Raum wie z.B.: Wie viele Kinder dürfen in den Raum? Bei dieser Frage gibt es klare Bestimmungen, die im Einzelfall auch mal zur "Ausnahme der Regel" werden.